1790 - 1794 fand in Gnarrenburg unter der Leitung Jakob Franz Griebels erstmals Unterricht statt. Griebel war zu der Zeit Organist, Küster und Schulmeister und der Unterricht fand im damaligen Pfarrhaus statt.
Die Kinder lernten damals überwiegend Lesen und Religion.
Weitere Schulmeister folgten Griebel:
Johann Peter Witte (1794 - 1812)
Ernst Friedrich Anschütz (1814 - 1816)
Johann Hincke (1816 - 1871)
Hincke, der immerhin 55 Jahre Lehrer in Gnarrenburg gewesen war, vermachte der Gemeinde stattliche 9000 Taler als Grundstock einer nach ihm benannten Stiftung, aus der Handarbeitslehrerinnen über viele Jahre hinweg entlohnt werden konnten.
Nachfolger Hinckes wurde Hinrich Höper, der 1881 aber schon 36jährig an Schwindsucht verstarb.
Ihm folgte im Oktober 1881 Carl Bolte.
Ende des 19.Jahrhunderts wurde das Küsterhaus mit seinem einen Klassenraum zu klein, da seit 1879 bereits zwei Klassen unterrichtete werden mussten. Neben Bolte, der die Schule leitete,aber auch noch Küster und Organist war, wurde Heinrich Spark der neue Lehrer der Schule. Nach aber nur einem Jahr wurde er für ein Jahr von Fräulein Hagemann abgelöst, die wieder nur für eiun Jahr blieb, gefolgt von Seminarist Hinrich Mindermann 1881 bis 1882. 1882 bis 1886 wurde Johann Schröder zweiter Lehrer, danach der ehemalige Leiter der Augustendorfer Schule Friedrich Dohrmann. Dohrmann blieb bis 1891. Ihm folgte Ludwig Gehrken. Um dem Platzmangel im Pfarrhaus zu begegnen wurde 1899 eine neue Schule mit zwei Klassenräumen und Lehrerwohnung an der Geestdorfer Straße (der heutigen Hermann-Lamprecht-Straße) gebaut. Da sie auf der ehemaligen schuleigenen Weide gebaut wurde, erhielt sie den Namen "Weideschule". Von nun an unterrichteten vier Lehrer an der Gnarrenburger Schule. Neben der Weide gab es noch einen schuleigenen Acker und einen Garten, die es dem Hauptlehrer ermöglichten, sein klägliches Jahresgehalt von 30 Talern durch Landwirtschaft etwas aufzubessern.
Im April 1910 wurde Carl Bolte pensioniert. Ihm folgte als Schulleiter Gustav Raap, der ebenso wie Bolte für 28 Jahre die Schule leiten sollte.
Während des ersten Weltkrieges wurde der Unterricht an der Schule in Gnarrenburg stark beeinträchtigt. Zum einen lag das daran, dass Gnarrenburger Lehrer Kollegen aus Nachbarorten vertreten mussten, die an die Front mussten, zum Anderenwurde der Unterricht auf die Kriegsgeschehnisse abgestimmt. So wurde besonders der Turnunterricht durch Marschierübungen, Hindernislauf und Kampfspiele bestimmt, während der Handarbeitsunterricht dadurch bestimmt wurde, für Soldaten Wollsachen zu stricken. Neben dem Unterricht wurden die Schülerinnen und Schüler zu Sammlungen herangezogen, ob in "Eiertagen" oder "Wollwochen". Ansonsten ging es der hiesigen Wirtschaft in diesen Kriegstagen schlecht und die Bevölkerung verarmte zusehends.
Durch Verluste im Krieg konnten zunächst nicht alle Lehrerstellen wieder besetzt werden. 1927 verstarb Gustav Raap an einem Herzschlag. Sein Nachfolger als Schulleiter wurde 1928 Hermann Wilkens, der Jahre zuvor schon als Lehrer an der Schule tätig gewesen war. In Zeiten sehr starker Arbeitslosigkeit gerade auch bei den Jugendlichen wurde die Schule Mittwoch abends Treffpunkt für die Jugend zu Lichtbild-Vorträgen, die sich großer Beliebtheit erfreuten.
Der Schulchronist Hermann Wilkens beschreibt für die Folgejahre, dass immer mehr Jugendliche und Arbeiterkinder der Hitlerjugend beitraten. Hauptfächer der Zeit des Nationalsozialismus waren nun Sport, Rassenkunde und Erbbiologie. Die Lehrkräfte der Schule arbeiteten zu dieser Zeit neben der Schule in der "Nationalsozialistischen Volksfürsorge", die Geld- und Sachspenden für verarmte Teile der Bevölkerung sammelte. 1936/37 erhielt die Schule zwei Filmprojektoren, die fortan der nationalsozialistischen Propaganda in schulischen Vorführungen von Lehrfilmen dienten. Die Schüler mussten dafür vierteljährlich 20 Pfennige "Filmabgabe" bezahlen. Für die Schüler der Schule positiv: Im Jahre 1938 wurde am Oste-Hamme-Kanal ein Freibadbereich eröffnet. Ansonsten bedeutete der beginnende Krieg starke Einschränkungen. Zwei Lehrer wurden an die Front eingezogen, ein Klassenraum wurde von der Wehrmacht beschlagnahmt. Neben den schulischen Einschränkungen war die Kriegszeit wieder einmal durch zahlreiche Sammelaktionen der Schüler und durch Arbeitseinsätze der Jugend im Bereich der Landwirtschaft geprägt. Außerdem wurden an der Schule Seidenspinnerraupen gezüchtet - um Seide für Fallschirme zu erhalten. Der eigentliche Unterricht fand immer weniger konstant statt, teilweise musste er gerade in späteren Kriegsjahren wegen Fliegeralarm häufiger ganz ausfallen. Im April 1945 wurde die Schule für einige Monate ganz geschlossen.Nach dem Weltkrieg wurde Hauptlehrer Hermann Wilkens, der in der Schulchronik stets sehr positiv über die Nazis gesprochen hatte, aus dem Schuldienst entlassen.
1949 war die Anzahl der SChüler der Schule auf 370 gestiegen. Das beingte, dass aus der vierstufigen Schule nun eine siebenstufige Schule mit fünf Klassen geworden war. Lehrermangel war aber nun das vorherrschende Thema. Nur vier Lehrkräfte schafften es gerade, dass jede Klasse mit 15 Wochenstunden lediglich die Hälfte der vorgesehenen Wochenstunden an Unterricht ehalten konnte. Die durchschnittliche Klassengröße betrug 53 Kinder je Klasse, Jeder Lehrer hatte 93 Schüler zu betreuen.. Neuer Hauptlehrer der Volksschule Gnarrenburg wurde nun Wilhelm Krogemann.
1951 stieg die Anzahl der Lehrer auf sechs. Jeder Lehrer hatte nun "nur" noch 55 Schüler zu betreuen. Dennoch mussten immer noch 89 Schüler sich einen Klassenraum teilen, da das Schulgebäude nicht über genügend Räume für alle Klassen verfügte.
Am 11. August 1955 wurde endlich ein neues Schulgebäude eingeweiht - der älteste Teil des heutigen "Altbaus" an der Hermann-Lamprecht-Straße. Diese zwei neuen Klassenzimmer mit Gruppenraum erhielten nun erstmals frei bewegliche Tische und Stühle statt der bis dahin üblichen starren Schulbänke. Weitere Ausstattung dieses Neubaus: Ein Werkraum, Lehrmittelrüme, eine Lehrerwohnung, Waschbecken in den Klassenräumen, Fernwärmeheizung.
1958 zeichnete sich ab, dass die Schule in Gnarrenburg sich zu einer Mittelpunktschule entwickeln würde. 1959 wurde eineneue Turnhalle der Schule eingeweiht. Wilhelm Krogemann wurde zum Rektor, erstmalig wurde ein Konrektor bestimmt - Christoph Wichmann.
1963 wurde der wieder drängenden Raumnot durch einen Anbau begegnet, so dass den mittlerweile neun Klassen nun auch neun statt bisher sechs Räume zur Verfügung standen. Dennoch zeichnete sich ab, dass für die geplanten 13 Klassen weitere Räume nötig sein würden. 1964 wurde zunächst einmal das neue Freibad eingeweiht, so dass es fortan auch SChwimmunterricht gab. Rektor Wilhelm Krogemann wurde 1964 in den Ruhestand verabschiedet. 1965 wurde Heinrich Krüger neuer Rektor. Während seiner Dienstzeit wurde die Gnarrenburger Volksschule zur Haupt- und Realschule, wobei zu Beginn der 1970er Jahre die Orientierungsstufe hinzu kam. Sie entstand nun jedoch nicht mehr an der Hermann-Lamprecht-Straße, da der Platz dort nicht mehr für weitere Räume ausreichte, sondern am Brilliter Weg.
Während der Bauzeit der Orientierungsstufe fand der Unterricht für die fünften und sechsten Klassen in verschiedenen Clubzimmern diverser Gastwirtschaften statt. Am 12. Dezember 1975 wurde dann der Neubau am Brilliter Weg seiner Bestimmung übergeben.
2004 wurde die Orientierungsstufe in Niedersachsen wieder abgeschafft, seitdem gehören die fünften und sechsten Klassen der Haupt- und Realschule an.
Seit dem 1. September ist die HRS Gnarrenburg Ganztagsschule - zunächst nur für Klasse 5, jährlich weiter aufsteigend.
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Schule Gnarrenburg
Hermann-Lamprecht-Straße 2
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Außenstelle
Brilliter Weg 3a
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